Start

Einleitung
Das Massaker
Die Opfer
Die Lebenden
Der Gedenktag
Veranstaltungen
Begegnungen
Bücher
Museum der Opfer
Klagelieder

Distomo Heute
Geschichte
Archäologisches Museum
Volkskunde Museum

AK-Distomo Hamburg
Aktuelles
Literatur
Stadt Distomo
Links
E-Mail

Distomo Blog




Theatrofrenia
 

Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen


Theater Aspra Spitia

Kulturverein Distomo


hotels

 
 
 
Start

 

Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen

Εδώ το λένε Δίστομο (Edó to léne Distomo), gesungen von: Loukas Tzitzokos
Übersetzung: Sophia Georgallidis, Flash: Jürgen Rompf

Die Gedenkstätte von Distomo ragt heraus aus dem, was die Philosophin Agnes Heller in dem Aufsatz: "Requiem für ein Jahrhundert", „Flachland der absoluten geschichtlichen Gegenwart“, nennt. Denn dort, nicht in den nahe gelegen delphischen Ruinen wird uns die Wahrheit über unsere Geschichte übergeben.

For the massacre of Distomo. from Kostas Petrakos Films on Vimeo.



Pressemitteilung des AK-Distomo vom 5. Februar 2015

Entschädigungsfrage zurück auf der politischen Agenda
Neue griechische Regierung lässt NS-Opfer hoffen

Kaum war der neue griechische Ministerpräsident Tsipras im Amt, legte dieser bereits den Finger in die Wunde. Deutschland hat bis heute seine Schulden gegenüber Griechenland aus der Zeit der Besatzung von 1941 bis 1944 nicht bezahlt. Die derzeitige Kampagne deutscher Medien gegenüber der neuen griechischen Regierung stellt eine Verdrehung der tatsächlichen Verhältnisse dar. Die Forderungen Griechenlands sind juristisch, politisch und moralisch begründet.
weiterlesen>>

Deutschland hat seine Reparationsverpflichtungen nicht erfüllt, es hat die „Zwangsanleihe“ nicht zurückgezahlt, die das Deutsche Reich der griechischen Staatskasse abgepresst hatte, um die Kosten der Besatzung aufzubringen und auch große Teile des geraubten Kulturguts wurden nicht zurück gegeben. Das sogenannte „Wirtschaftswunder“ in der Bundesrepublik Deutschland wäre nicht möglich gewesen ohne die Stundung der Kriegsschulden im Londoner Schuldenabkommen von 1953. Spätestens seit dem 2+4 Vertrag von 1990 sind diese Schulden aber fällig. Die Zahlungsverweigerung Deutschlands ist ein klarer Bruch internationaler Verträge.
Die griechische Regierung hat daher allen Grund der deutschen zu sagen: „Zahlt erstmal eure Schulden, bevor wir über unsere reden.“ Es gibt eine zweite Schuld, die Deutschland bis zum heutigen Tage nicht beglichen hat und die auf keinen Fall mit den Staatsschulden Griechenlands verrechnet werden darf. Während der deutschen Besatzungszeit von 1941 bis 1944 kamen in Griechenland mehr als 30.000 Menschen allein durch Massaker zu Tode. Die Überlebenden der zahlreichen Nazi-Massaker und die Angehörigen der Ermordeten haben bis heute keine Entschädigungsleistungen von der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Die Opfer der NS-Verbrechen haben Anspruch auf individuelle Entschädigung für den erlittenen Schaden und das Leid.
Nach der grundlegenden Entscheidung des Areopag aus dem Jahre 2000 im Fall Distomo und der Verhinderung der Vollstreckung der Schadensersatzansprüche der Opfer gegen deutsches Staatseigentum in Griechenland durch politische Intervention Berlins, waren es zuletzt italienische Gerichte, die den Rechtsweg auch für griechische NS-Opfer eröffneten. Bahnbrechend war die Entscheidung des italienischen Verfassungsgerichts, das am 22. Oktober 2014 feststellte, jeder Mensch habe ein Grundrecht, vor den Gerichten Gehör zu finden. Hieran könne auch die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Den Haag von Februar 2012 nichts ändern. Mit dieser hatte Deutschland Staatenimmunität für NS-Kriegsverbrechen zugestanden bekommen. Nach Auffassung des IGH dürften die Opfer der in ihrem eigenen Land begangenen NS-Verbrechen vor den Gerichten ihres Landes nicht gegen Deutschland auf Schadensersatz klagen. In Italien ist dies seit Oktober 2014 wieder möglich.
Die Schadensersatzansprüche der griechischen Opfer könnten aber auch in Griechenland befriedigt werden. Dafür müsste die neue Regierung einer Vollstreckung der gegen Deutschland ergangenen Urteile zustimmen. Sollte Deutschland seine Schulden an die Opfer der NS-Massaker immer noch nicht bezahlen wollen, könnten im deutschen Staatseigentum stehende Immobilien in Griechenland zwangsversteigert und die Ansprüche der Opfer endlich realisiert werden.Im Gegensatz zu den hier öffentlich erhobenen Prophezeiungen wäre das kein Affront gegen Deutschland, sondern ein Akt für den Frieden und für die Gerechtigkeit heute. Es wäre das Signal an heutige Kriegstreiber, dass Völkerrechtsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit nicht mit schönen Worten erledigt werden können, sondern der Schädiger – so mächtig er inzwischen sein mag – auch finanziell für das angerichtete Unrecht gerade stehen muss, auch noch nach 70 Jahren.Der AK-Distomo fordert weiterhin:

Sofortige Entschädigung aller griechischen Opfer des Nationalsozialismus!
Nazi-Verbrechen nicht vergeben, den antifaschistischen Widerstand nicht
vergessen!

Gemeinsamer Kampf gegen den wiedererstarkenden Faschismus in Europa!

AK-Distomo
Hamburg, den 5. Februar 2015
Kontakt: Martin Klingner Tel. 040-4396001 oder 040-4396002 oder
0162-1698656
Weitere Informationen:http://ak-distomo.nadir.org/


Gedicht von KΑITI MANOLOPOULOU
KΑITI MANOLOPOULOU
Für Eleni Athanasiou Kinia
ΚΑΙΤΗ ΜΑΝΩΛΟΠΟΥΛΟΥ
Στη Νιτσα Αθανασίου — Kίvιa

Aus: Eleni Athanasiou: Der Tag an dem es früh Nacht wurde- Distomo 10. Juni 1944, Athen Georgiadis 2012.
Übersetzung: Céline Spieker


  Kaiti Manolopoulou
ΑΘΕΡΙΣΤΟΣ ΙΟΥΝΗΣ
(Δίστομο, 1944)
JUNI OHNE ERNTE
(Distomo, 1944)
Βεργίνα, 2013 - Vergina, 2013
Vergin Books
S. 240  ISBN 60-9523-59-2  ISBN 9789609523592
Siebzig Jahre nach dem Massaker erschien 2013 ein weiteres Buch über das Verbrechen der Wehrmacht am 10. Juni 1944. Das von Kaiti Manopoulou vorgelegte Buch beinhaltet neben Augenzeugenberichten, auch den Gefechtsbericht des Sturmbandführers Lauterbach, dem Kompaniechef sowie den des Geheimen Feldpolizisten Georg Koch, die sich in wesentlichen Punkten unterschieden. (Siehe Dieter Begeman, Orte des Grauens - Verbrechen im Zweiten Weltkrieg, Hrsg. Gerd R. Ueberschär, Wissenschaftliche Buchge- sellschaft, Darmstadt, S.33)
Das Buch wurde am 9. Februar in dem überfüllten Auditorium '' Antonis Tritsis" des im Athener Kulturzentrums präsentiert. Zahlreiche Distomiten waren deshalb mit einem Bus nach Athen gekommen. Foto: die Verlegerin des Vergin Verlags, Loukas Dimakas Journalist aus Distomo, der unabhängige Parlamentsabgeordnete Mimis Androulakis, Kaiti Manolopoulou und die Schauspielerin Joanna Chaliampalia, die Texte aus dem Buch vortrug.
(Quelle: Distomo-Blog)

  Eleni Athanassiou
Der Tag, an dem es Nacht wurde
Distomo, 10. Juni 1944
Schon im vergangenen Jahr hat Eleni Athanassiou, die als 9 jähriges Kind das Massaker von Distomo überlebte, ein Buch vorgelegt, in dem sie aus ihrer heutigen Sicht die Erinner- ungen an das Massaker sowie ihre lebenslangs Ausein- andersetzung und Trauer beschreibt.
Übersetzung des Klappentextes des Buches von Eleni Athanassiou
Distomo – Stadt der Opfer
Distomo – Schrei des Schreckens
Distomo – menschliches Opfer in der unendlichen Zeit
In den Seiten diese Buches, habe ich versucht dem Leser die ganze Unmenschlichkeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg vor Augen zu führen. Ich habe versucht, die Schreie der Agonie, des Schreckens und des Terrors zu erzählen. Die Schreie derer, die mit ansehen mussten, wie ihre Kinder vor ihren Augen abgeschlachtet und ihnen ihre Gedärme um den Hals gewickelt wurden. Wie Säuglinge in den Armen ihrer Mutter erschossen wurden, und ihr Hirn ihr ins Gesicht spritzte. Die Stunden des Terrors und des Schmerzes, die die kleinen Kinder erleben mussten, die die ganze Nacht neben ihren toten Eltern verweilt haben, in einem verlassenen Dorf voller Leichen.
weiterlesen »
Alles, was ich sah und erlebte und was mein Leben gezeichnet hat.

Jedes Jahr an diesem Tag dreht mich die Zeit zurück zum 10. Juni 1944 und ich erlebe erneut, was ich damals erlebte.

Und obwohl ich die Hoffnung hegte , dass ich mit dem Vergehen der Zeit, die Geschehnisse vergessen würde, werden die Erinnerungen lebendiger.

Jetzt verstehe ich die Ereignisse besser. Verstehe das Leid meiner Mutter und meiner Großmutter Vassiliki, die ihr Enkelchen die ganze Nacht umher trug, bis es  in ihren Armen seine Seele aushauchte.

Jetzt, wo auch ich Mutter und Großmutter geworden bin, kenne ich den Schmerz um das Kind und das Enkelkind. Dies alles sind Ereignisse, die einen plötzlich und zur falschen Zeit reifen lassen und deren schwere Last du bis ans Ende deines Lebens mit dir trägst.

Der Verantwortliche des Massakers war Leutnant Heinz Zabel. Nach der Kapitulation der Deutschen, wurde er in Frankreich gefangen genommen und nach Griechenland ausgeliefert.

Die zuständigen griechischen Stellen schickten ihn nach Deutschland, damit er auch für andere Kriegsverbrechen, verurteilt würde. Er wurde freigesprochen, mit der Begründung, dass er Befehle befolgt hätte, und weil keine Zeugen der Anklage erschienen waren.

Leider konnten 218 Distomiten nicht zum Prozess erscheinen...

Übersetzung: Natalia Sakkatou
 
 
 
 
 
 
 
 
 

   
 
Dokumentation
1. Juni 2014 - 10. Juni 2014
70 Jahre nach dem Massaker von Distomo

Veranstaltungen während der Gedenktage!